SG Leipzig-Bienitz – SV Lindenau 1848 3:0 (1:0)
Volle Bude in Burghausen. Die BSG Chemie spielte vor uns, deren Fans gröhlten, was das Zeug hielt und sorgten für einigen Nebel auf dem Spielfeld. Außerdem ein schlechtes Omen:
Wo war unser Trikotkoffer? Flo und Julian hatten Probleme mit dem Wagen, kamen jedoch nur wenig später. Letzte Saison warteten wir zunächst auch auf den Koffer und luden die Bienitzer Truppe anschließend zum munteren Toreschießen ein. Mit einer Serie von vier Siegen und einem Unentschieden im Rücken sollte das heute anders werden. Dachten wir.
Der ohnehin schon stark dezimierte Kader erweiterte sich kurzfristig um Norman, der sich frische Luft an der Ostsee gönnte und Henne, der erkrankt war. Ein weiteres Mal sprang Bello in die Bresche. Auf der Bank gesellte sich zum angeschlagenen Hahne dessen Namensvetter Micha, der zuletzt beim Training mit erstaunlicher Dribblingstärke und Torgefahr glänzen konnte. Immerhin zum ersten Mal nach Pause in einem Punktspiel von Beginn an auf dem Platz: Hardi und Kilian.
In der ersten Viertelstunde gab es bei uns überhaupt keine Ordnung. Mit großen Abstimmungsschwierigkeiten in der Defensive sowie wenig Anspielmöglichkeiten in der Vorwärtsbewegungen machten wir es den Bienitzern leicht, ihr Spiel aufzuziehen, das darauf ausgelegt war, schnell das Mittelfeld zu überbrücken, um ihre schnellen Spitzen sowie Außenspieler einzusetzen. In der Mitte der ersten Hälfte fiel dann das erste Tor des Spiels. Nach einer Ecke unterschätzte Flo beim Herauslaufen die Distanz zum Ball und ein Bienitzer Mittelfeldspieler köpfte wuchtig in das freie Tor.
Spätestens da sollte jeder Lindenauer wach gewesen sein. Nach vorne hin gelang jedoch nur wenig. Ein-, zweimal setzte sich Hardi auf rechts durch, fand in der Mitte aber keinen Abnehmer oder es sprang nur ein harmloser Eckball heraus. Die größte und im Prinzip auch einzige Chance, wenn man von Biemskes Distanzschüssen, die das Ziel deutlich verfehlten, mal absah, ergab sich, als Manu auf halblinks aus guter Position den Abschluss suchte. Mit seinem Schuss scheiterte er zunächst am Keeper, anschließend wurde Bello bei der Nachschusschance von einem Bienitzer auf derart zweifelhafte Art behindert, dass ein Elfmeter durchaus berechtigt gewesen wäre. Doch beklagen konnten wir uns nicht, schließlich kam Bienitz auch zu einigen Chancen, die größte davon vereitelte Karpath in letzter Sekunde, als sich der Rest unserer Abwehr noch mit der Freistoßentscheidung des Schiedsrichters beschäftigte.
Zur zweiten Halbzeit stellten wir um, Kilian sollte von nun an den Bienitzer Flügelflitzer übernehmen, der in der ersten Hälfte für ordentlich Betrieb gesorgt hatte. Biemske rückte in die Mitte. An unserem Spiel änderte das jedoch wenig. Uns fehlten weiterhin die Ruhe im Spiel, das geduldige Warten auf die Anspielstationen und die Laufbereitschaft. Kaum waren wir in Ballbesitz, verloren wir uns in Einzelaktionen oder Abspielfehlern. Bienitz hatte leichtes Spiel und kam zu etlichen Chancen. Eine davon resultierte aus einer Freistoßflanke auf den Torschützenkönig der letzten Saison. Durch ausreichend Platz im Strafraum konnte dieser den Pass annehmen und den Ball mit einem gekonnten Drehschuss aus halbrechter Position im linken unteren Eck unterbringen. Wenig später fiel dann das vorentscheidende 3:0 für die engagiertere beider Mannschaften. Unser Versuch, auf Abseits zu spielen, misslang dahingehend, dass Kilians schneller Gegenspieler das Leder bis zur Außenlinie treiben konnte, von wo er eine Flanke auf den mitgelaufenen Stürmer schlug. Der wiederum legte per Kopf auf seinen Mannschaftskollegen in der Mitte ab, der den Ball direkt im rechten Toreck versenkte. Das Spiel war gelaufen, vor allem, da wir uns so gut wie keine Torchance erspielten. Die einzigen Möglichkeiten resultierten aus Freistößen, von denen wir keinen einzigen aufs Tor brachten (entweder drüber oder vorbei), wenngleich ein Flachschuss bei dem Boden eine Option gewesen für einen erfolgreichen Abstauber gewesen wäre.
Als Fazit aus diesem Spiel ist mitzunehmen, dass mit den aktuellen Ausfällen die Struktur in unserem Spiel fehlt, denn sowenig Spielanteile und Torgefahr hatten wir in dieser Saison bislang in keinem Spiel. Fürs nächste Spiel gegen den LSV Südwest gilt es, mehr Initiative zu zeigen, damit sich das Lindenauer Punktekonto steigert.
Aufstellung: Flo – Slupi – Julian, Karpath, Nils – Biemske, Volker, Kilian, Bello, Hardi – Manu